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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 222 - 1. Quartal 2009 » Nichtschaltermarke als MeF auf Zeppelin-Brief, Danzig

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Nichtschaltermarke als MeF auf Zeppelin-Brief.
[Willy Deininger, Tel. 06081-41359]

Diese Mehrfachfrankatur einer 206 FU wurde bei der 123. Felzmann-Auktion (09.-11. 10. 2008) als Los Nr 4013 zum Ausruf-Preis von 750 € angeboten. Die lose gestempelte Marke steht im MICHEL-Katalog Deutschland-Spezial schon mit 1.000 Mi €. Auf Brief wird sie gar nicht bewertet.

Da bislang nur wenige ungebrauchte Stücke der 206 U (früher als IU katalogisiert) bekannt sind - u. a. Mohrmann-Auktion 1986 ex Sammlung Dr. Marx und Brauns, Köhler-Auktionen 1994 und 1995 ex Sammlung Hennig – und nur ein LP-Brief vom 7.12.36 nach Berlin vorlag, lohnt eine intensivere Beschäftigung mit diesem Brief. Dabei soll nicht die Zeppelinbeförderung zur Weltausstellung oder die 50. Ozeanüberquerung im Vordergrund stehen, sondern die Tatsache, dass zwei Nichtschaltermarken verwendet wurden.

In seinem Fotoattest geht der Danzigprüfer Gunnar Gruber zwar recht ausführlich auf die rückseitig abgeschlagenen LP-Durchgangs-, -Weiterleitungs- und -Ankunftstempel ein, erwähnt aber mit keiner Silbe, dass dem Aufgabestempel von DANZIG 1 LUFTPOST ein R-Zettel von DANZIG 5 entgegensteht.

Unser ARGE-Mitglied T. Metz kann sich vorstellen, dass der R-Zettel vom PA Danzig 1 beim Transport zum PA Danzig 5 abfiel und ein aufmerksamer Postbeamter vor der Weiterleitung nach Berlin einen R-Zettel seines PA nachklebte. Gewissheit könnte allerdings nur der Einlieferungsschein schaffen.

Zur Anschrift V. Zander gab mir unser ARGE-Mitglied H. J. Düsterwald den Hinweis, dass ein Viktor Zander als Staatsrat im Magistrat der Freien Stadt Danzig von 1920 bis 1933 Leiter der Post- und Telegraphenverwaltung war. In dieser Funktion oblag ihm innerhalb einer Kommission die Entscheidung zur Druckfreigabe von Briefmarken auf Grund eines oder mehrerer Probedrucke. Es gehört wenig Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass sich Zander als Leiter in den Besitz eines Bogens der ungezähnten 206 bringen konnte. Die handschriftliche Adressierung kann wohl ohne graphologisches Gutsachten einer Frau zugeordnet werden. Dazu passt auch die handschriftliche Absenderangabe: U. Zander, Danzig-Lgf. Also; Ein Familienwerk!

Ob und wann nach über 70 Jahren weitere 206 FU auftauchen, muss kritisch beobachtet werden.

Übrigens; Auf das Los erfolgte kein Zuschlag.

Arge Danzig, Rundschreiben 222, Seite 1863.


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Added: 21/01/2009
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