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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 224 - 3. Quartal 2009 » Vor 70 Jahren begann der zweite Weltkrieg

Historisches, Sachbeiträge und Berichte

Vor 70 Jahren begann der zweite Weltkrieg.
[Martin Jenrich, Tel. 030-9914166, E-Mail; martin.jenrich@web.de]

Am 1. September 1939 eröffnete das deutsche Linienschiff 'Schleswig-Holstein' das Feuer auf die polnische Garnison der Westerplatte. 'Damit begann der 2. Weltkrieg'. 1.500 deutsche Soldaten griffen mit schweren Geschützen und Flugzeugen die auf der Westerplatte stationierten 182 polnischen Soldaten an. Es war kein leichtes Unternehmen, wie die Deutschen erwartet hatten. Die polnischen Verteidiger leisteten sieben Tage lang erbitterten Widerstand. Von den Kämpfen zeugen heute noch die zerstörte Kaserne und der Bunker. Für die Polen ist die Westerplatte das Symbol des Widerstandes gegen Nazi-deutschland.

Als Polen 1920 nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages seine Unabhängigkeit wiedererlangte, besaß das Land zwar einen Zugang zur Ostsee, jedoch keinen eigenen Ostseehafen. Aus diesem Grund wickelte Polen seine Munitionstransporte aus dem Ausland über den Danziger Hafen ab. Eine kleine Abteilung polnischer Soldaten überwachte die Umladearbeiten. Das war der Grund für wiederholte Spannungen zwischen Danzig und Polen. Am 14. März 1925 erlaubte deshalb der Völkerbundrat Polen, auf der Westerplatte eine eigene Umschlagbasis zu bauen. Er legte auch die Rahmenbedingungen fest. Diese erlaubten das Ausheben eines Hafenbeckens und die Stationierung von 88 polnischen Soldaten. Darüber hinaus durfte Polen bis zu 30 Zivilpersonen beschäftigen. Der Bau von Verteidigungsanlagen war nicht gestattet. Die Stadt Danzig überließ Polen die Westerplatte unbefristet und unentgeltlich.

In den dreißiger Jahren nahmen die politischen Spannungen zwischen Polen und Deutschland zu. Um einen eventuellen Angriff der Deutschen abzuwehren, begann Polen zwischen 1933 und 1934 auf der Westerplatte mit dem Bau von fünf Wachgebäuden mit kleinen Kampfbunkern und Maschinengewehrstellungen in den Kellern. 1936 konnten die Soldaten ein neues Kasernengebäude beziehen. Im Sommer 1939 verschärfte sich der Ton Deutschlands gegenüber Polen weiter, und ein militärischer Angriff seitens Deutschlands wurde immer wahrscheinlicher. Die polnischen Soldaten legten in dieser Zeit auf der Westerplatte Gewehrstellungen für Infanterie an, hoben Verteidigungsgräben aus und verlegten Stacheldrahtverhaue am Zugang zur Halbinsel. Die Zahl der Soldaten hatte Polen bereits heimlich auf 182 erhöht. Sollte es zum Krieg mit Deutschland kommen, war außerdem die Mobilisierung von 20 Zivilangestellten geplant.

Am 25. August 1939 kam das deutsche Linienschiff 'Schleswig-Holstein' zu einem Freundschaftsbesuch nach Danzig. Es gab die üblichen Empfänge, an denen auch der Hohe Kommissar des Völkerbundes, Carl Jacob Burckhardt, teilnahm.

Im Morgengrauen des 1. Septembers nahm das Kriegsschiff die Position vor der Festung Weichselmünde - nur wenige hundert Meter von der Westerplatte entfernt – ein. Um 4.45 Uhr begann die 'Schleswig-Holstein' aus ihren 15-cm-Geschützen mit dem Beschuss der Westerplatte. Von Land aus griff außerdem eine 300 Mann starke Sturmabteilung der Marine, die an Bord der 'Schleswig-Holstein' nach Danzig gekommen war, in die Kämpfe ein. Die Deutschen konnten das Munitionsdepot jedoch nicht im Sturm erobern und forderten am 2. September Luftunterstützung an 40 Ju-87 (Stuka) bombardierten die Westerplatte. Am 3. September verstärkten weitere 350 Soldaten eines Pionier-bataillons die Marinesoldaten. Die polnischen Soldaten waren auf sich allein gestellt. Pläne sahen vor, dass ihnen im Kriegsfall ein Bataillon aus der Tucheler Heide (westlich von Graudenz – polnischer Korridor) zur Hilfe eilen sollte. Das war aber im August abgezogen worden. Nach sieben Tagen Verteidigung ergab sich der Kommandant mit seinen verbliebenen Soldaten. 15 waren während der Kämpfe gefallen.
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Arge Danzig, Rundschreiben 224, Seite 1931.


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Added: 23/07/2009
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