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Gallery » Das Danziger Postwertzeichen Nr. 3 » Gebührenzettel der Inflationszeit in Danzig

Heft 3, Seite 44, Mitte Juli 1936, Abt. 1 Seite 32.

Gebührenzettel der Inflationszeit in Danzig:
von Peen.

Als im Hochsommern 1923 die deutsche Postverwaltung in rascher Aufeinanderfolge die Portotarife immer weiter erhöhen musste, war sie trotz Inanspruchnahme privater Druckereien nicht mehr in der Lage, die jeweils nötigen Briefmarken rechtzeitig zu beschaffen.
Die Rechspostverwaltung geb daher am 25.8.23 eine Verfügung heraus, nach der unverzüglich eine Barverrechnung der Freigebühren, nicht nur für Pakete und Geldüberweisungen, sondern auch für
eingechriebene und gewöhnliche Briefsendungen ins In- und Ausland einzuführen war. Der Vermerk auf der Postsache sollte lauten:
„Gebühr bezahlt“ bezw. „Taxe percue“
Die amtlichen Gebührenzettel und Gebührenstempel, die diese Verfügung hervorriefen, sind überaus mannigfaltig. Sie sind aber schon recht genau erforscht und das Ergebnis dieser Forschungen ist im Moser-Handbuch niedergelegt.
Während nun jeder Sammler diese deutschen Gebührenstempel kennt, habe ich noch nie etwas davon gelesen, dass es auch in
Danzig, das je in derselben Lage war, wie das deutsche Reich, Gebührenstempel gab.
Vor mir liegt nun ein Wertbrief, aufgegeben in Langfuhr am 9.8.1923, Angekommen in Frankfurt a/Oder am 11.8.1923. Er trägt folgenden Frankostempel
..............,,, Mk .... Pf. 15 mm  -  -  Vereinbahr 48 mm
Wer kann angeben, wann diese Portostempel in Danzig eingeführt
wurden? (Dem Stempelabdruck nach früher als in Deutschland)und auf welchen Postsachen solche Gebührenstempel möglich sind?
Nötig waren sie ja auch wohl in Danzig, denn am 9.8.1923 war der höchste zur Verfügung stehende Wert die grosse 10 000 Mk Marke.
Wie lange und in welchem Umfange wurden sie hier verwendet?

Hierher gehört wohl auch eine Drucksachen-Postkarte, eine Einladung zur Volkstagswahl am 18. November 1923. Sie trägt den Stempel „Danzig 1n, 21.10.1923. Rechts oben in der Ecke befindet sich ein von gestrichelten Linien umrahmtes, 17½ mm breites, 19 mm hohes Rechteck. Darin steht in deutschen Buchstaben gedruckt: Gebühr
beim P.-A. Danzig 1
bezahlt.
Hierzu bemerke ich:
Zufällig legte mir dieser Tage unser Mitglied, Herr Zimmer, ebenfalls eine Karte mir „Gebühr bezahlt“ neben dem Ortsstempel vor, vom 25.10.1923. 1-2 N. gerichtet an Herrn Besitze Kroll Bitonia (Kreis Starogard) bei Zblewo (Polen)
Der Stempel ist warz. Über dem Stempel steht mit Kopiertstift 400, war wohl 400 Millionen bedeuten soll, das Porto für eine ? ? ? ? (letzte Zeile auf der Kopie unleserlich)

Das Danziger Postwertzeichen Nr. 3.
Mitteilungsblatt der Arbeitsgemeinschaft der Sammler Danziger (A.S.D.P.).
1. Jahrgang. Heft Nr. 3 - 15.07.1936, Seite 44.


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Added: 06/06/2010
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