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>> 4. Michel Deutschland-Spezial-Katalog 1984/85

nicht ganz einzusehen, warum es Block 1 I nur xx, Block 2 I nur o geben soll. Die Meldung dieser Abart ist ebenfalls nicht über einen Bundesprüfer erfolgt.

Erfreulich, aber letzten Endes noch nicht ganz befriedigend ist die Erwähnung der Gummiriffelungen zu einigen der letzten Danzigsätze. Wir haben nun zwei verschiedene Hinweisarten und eine Unterlassung. Richtig ist der HinWeis in der Überschrift zu den Marken 289-297 und 298-301 in der überschrift.

Der gleiche Hinweis befindet sich etwas deplaciert für zwei Sätze (281-283 und 284-288) nach dem Satz 284-288 und ebenfalls für zwei Sätze (302-305 und 306-308) nach dem Satz 306-308.

Dieser zur Erkennung von Nachgummierungen wichtige Hinweis fehlt  leider noch bei P 43 - P 47.

5. Neuentdeckungen

Aus in der DDR erhältlichen Land- und Stadtkarten geht die Entwick-lung der Stadt Danzig mit Umgebung hervor. Danach scheint festzuste-hen, daß die ursprünglich geplante Dreistädt Danzig-Zoppot-Gdingen wohl ein Plan geblieben ist: Das Verhältnis der Länge zur Breite die-ser Dreistadtelch i2 schnitt wie TU : 1verhält3 also eine lange und dünne Stadt. Ein Flugplatz ist nicht eingezeichnet. Interessane..- terweise ist auf der einen Karte die Erklärung außer in polnischer Sprache auch noch auf Tschechisch, Englisch und Schwedisch angegeben. Zwischen Oliva und Glettkau, etwas nach Saspe zu, ist der neue Vorort Przymorze entstanden.

Der Flugplatz befindet sich westlich Langfuhr/Oliva, etwa an den Ort-schaften Klukowo-Rebiechowo, dichter beim letztgenannten Ort.

Ein schönes historisches Belegstück ist aufgetaucht: Eine Karte aus Paris, die der frühere Präsident von Danzig, Dr. Heinrich Sahm, am 12.12.1923 an seine Frau schickte. Der Text lautet:
Meine liebe Dolly! Nach interessanter Reise glücklich hier angekom-men. In Berlin Pechstein besucht, der seit Ende September glücklich -verheiratet ist. Ich hoffe, daß bald in Danzig eine Ausstellung von ihm sein wird, er hat sehr schöne neue Aquarelle. Die Reise von Berlin nach Paris erfuhr in Cöln eine angenehme Unterbrechung,da-durch, daß ich Seitzer (?) im Museum aufsuchte und mir seine Reform-Umstellung ansah, ich hatte dort 1 1/2 Stunden Aufenthalt.Von Cöln nach Paris hatte ich die Gesellschaft eines sehr interessanten Schweb ers, der mich vom Völkerbund her kannte. Auf dem Bahnhof er-wartete mich Hoffmann. Heute hier schon fleißig gearbeitet, morgen große Redeschlacht. Ich hoffe Sonntag abfahren zu können. Gieb doch bitte Gutowski 6e Gulden, damit er den Schneider bezahlt, ich habe es verbummelt. In Stettin war es sehr gemütlich, Vater sah ausge-zeichnet aus, Mutter wie immer. Heute abend Diner bei ???? v. H.

Euch allen 1000 herzliche Grüße stets Dein Heinz

So hatte also unser früherer Landesvater (er war Präsident von 1920 bis 1930) vergessen, seinen Schneider zu bezahlen. - übrigens waren 68 Gulden für die damalige Zeit eine recht schöne Summe. Der er-wähnte Name Pechstein: Es handelt sich hier um einen der bedeutend-sten deutschen Expressionisten, der 1923-1933 und dann wieder ab 1955 Lehrer an der Berliner Akademie war.

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Arge Danzig, Rundschreiben 124, Karl Kniep, 9. September 1984, Seite 671.


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Added: 02/11/2015
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