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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 220 - 3. Quartal 2008 » Arge Danzig - Die Sammler Lüpe

Die Sammlet Lüpe.
[vorgelegt von Martin Jenrich, Tel. 030-9914166, E-Mail: martin.jenrich@web.de]

Danzigs Aufdrucke und sein Innendienst

Von J. Stein, Grünberg.

Kaum eine Marke von Deutschland gibt es, die immer wieder das Interesse der Sammler so auf sich zieht wie der „Danziger Innendienst“. Ist es da verwunderlich, wenn auf einer Auktion diese Marken immer wieder eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf jeden fortgeschrittenen Sammler ausüben?
Nun, es gibt Nachkriegsmarken, die sich einer noch größeren Nachfrage erfreuen, aber immerhin kann man der Überzeugung Ausdruck geben, daß diese Marken mit dem deutschen Wirtschaftswunder, mit dem sie emporgestiegen sind, auch wieder fallen. Mancher Sammler wird mich nun für nicht voll nehmen und sagen: Diese Marken fallen nie mehr, denn sie sind ja nicht mehr zu haben! Ich glaube, hier liegt ein kleiner Irrtum vor, denn diese Marken sind überall zu haben, ihre Preise werden nur in die Höhe „gezüchtet“. Wieviel Marken von Westberlin und der Bundesrepublik haben Sie noch zu Hause, wenn nicht gerade bogenweise, wie die meisten Händler, so doch bestimmt „einige“. Ohne zu übertreiben, möchte ich behaupten, daß, wenn diese Marken einmal alle auf den Markt kämen, das ganze Preisgefüge einschließlich aller Michelpreise über den Haufen geworfen würde.
Was ist die Strauß-Marke? In meinen Augen Massenware. Um es besser zu sagen, sogenannte „bessere Massenware“. Was sind die anderen alle, außer den Währungsgeschädigten? – „Massenware“. Bedenken Sie einmal, was diese Marken für eine Auflage haben. Da sind z. B. die Goethe-Marken mit einer Auflage von 1 000 000 Stück; Michelpreis; 75 MM. Setzen Sie einmal den Ständesatz des Deutschen Reiches dagegen. Die niedrigste Auflage ist 340 000 Stück. Er erreicht bei Michel die tolle Bewertung von 70 MM.
Was ist nun faul an dieser Sache? – Der Michel? – Die Nachfrage? – Ist sie wirklich so stark bei den neuen Ausgaben?
Nun, ich wollte nicht über das Deutsche Reich und auch nicht über die Berliner Marken reden, sondern über den Danziger Innendienst, der ja nur eine Auflage von etwas über 2000 Stück hat. Er erscheint mir des Plauderns würdiger als alle neuen Ausgaben.
Nachdem Danzig mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrages ab 14. Juni 1920 ein eigener Staat war und eigene Marken verausgabte, war wieder ein Staatsgebilde geboren, das, wie so viele, ein Kind des ersten Weltkrieges war. Da den Danzigern am Anfang, so wie es allen neuen Ländern geht (vgl. Berlin, Saar, Memel, Triest, Ghana u. v. a.) eigene Marken fehlten, übergab die Postverwaltung die Markenherstellung der Reichsdruckerei zu Berlin, welche einen Aufdruck auf den Marken vornahm. Gegenüber späteren Ausgaben unterscheidet sich hier der Aufdruck dadurch, dass man nur „Danzig“ findet, während alle oder z. T. in Danzig hergestellten späteren Aufdrucke entweder einen durchbalkten alten Landesnamen, neben der Landesangabe Danzig noch Sterne oder Wertziffern oder beides tragen.
Die erste Ausgabe eines Landes ist meist etwas Besonderes. Dies ist bei Danzig nicht der Fall, denn die Marken der ersten Ausgabe sind alle erschwinglich. Der Hauptgrund hierfür liegt wohl in der Massenauflage, mit welcher die Germaniamarken mit den Danzigern Überdrucken hergestellt wurden.

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Arge Danzig, Rundschreiben 220, Seite 1805.


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Added: 06/08/2008
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