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Gallery » Rundschreiben 122 - 2. Quartal, 1984 » Die Absender- und Postfreistempel von Danzig

>> Die Absender- und Postfreistempel von Danzig

Darüberhinaus hat jede dieser Typen ihre eigenen, ganz typischen Datums- und Wertziffern sowie Zählnummern. Letzere dienten ursprünglich zum Zählen der frankierten Poststücke. Sie befinden sich zwischen Datum- und Wertstempel in in der Mitte oder hoch stehend. Später wurden sie, um mehr Platz für die Reklame zu schaffen, ganz weggelassen. Das Werk "Die Deutschen Post- und Absender-Freistempel" von H. Dürst und G. Eich (Poststempelgilde "Rhein-Donau", 1980) bringt eine genaue Beschreibung der verschiedenen Typen des Deutschen Reiches, die auch hier Gültigkeit hat.

Von der Berücksichtigung der unterschiedlichen Datums- und Zählnummernziffern wurde aber, im Hinblick auf eine klare Übersicht, abgesehen. Sie hätte auch, wegen der Seltenheit des Materials, wenig Sinn.

Wertstempel: Auffallend unterschiedlich sind die Formen des Wertstempels "Bo-genviereck". Es kommen hohe, breite, stark und weniger gebogene Formen vor. Ebenso gibt es unterschiedlich große und lange Schriften. Sie lassen sich nicht in ein Schema einordnen, sodaß angenommen werden muß, daß jeder Wertstempel eigens von Hand angefertigt worden ist.

Tagesstempel: Sie zeigen bei der Ortsangabe ebenfalls große, nicht systematisch einzuordnende Unterschiede wie z.B. große, kleine dünne und fette Schrift. Das Datum ist, wie beim Deutschen Reich, für jedes Fabrikat typisch.

Wert: Bei der Beurteilung des Wertes von Absenderfreistempeln sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen: Fast alle Maschinen waren über viele Jahre in Betrieb, sodaß i.A. tausende von Briefen frankiert worden sind. Fast alle Belege wurden aber, da sie ohne Marken waren vernichtet. Nur wenige Sammler haben sich einige Stücke aufgehoben. Dies gilt für alle Gebiete, die zum Deutschen Reich gehören.

Die gängigsten Typen des Deutschen Reiches kosten heute ca. 50 Pf bis 1,- DM im Handel, soweit sie überhaupt zu haben sind. Angebot und Nachfrage sind gering. Bei den deutschen Gebieten ist das Interesse, bei gleich unbedeutendem Angebot wesentlich größer, sodaß hier mit erheblich höheren Preisen gerechnet werden muß. Ich halte heute einen Preis von ca. 30,- bis 50,- DM für einen sauberen Brief mit Danzig-Absenderfreistempel für angemessen.

Eine, kurze Verwendungszeit müßte eigentlich preiserhöhend sein. Sie kann aber durch die vollkommen unbekannte Größe des Postaufkommens leicht kompensiert werden. So kann man nur vermuten, daß von einer Bank, Werft o.ä. mehr Belege erhalten geblieben sind wie von einer kleinen Firma.

Qualität: Die heutigen Qualitätsansprüche können auf Absenderfreistempel nicht angewendet werden. Bei vielen Firmen wurden die Maschinen, besonders wenn das Postaufkommen sehr hoch war, nicht immer gut gewartet. Saubere Briefe mit guten Abschlägen sind deshalb fast die Ausnahme.

Bei Briefen mit Absenderfreistempeln handelt es sich immer um Bedarfspost!

Die nachfolgende Aufstellung führt wohl alle in Danzig ansässigen Firmen auf, die eine Absenderfreistempel-Maschine verwendet haben. Ebenso die verschiedenen Werbeklischees. Bei den Verwendungsdaten können, durch neu auftauchende Belege, geringfügige Änderungen möglich sein.

Leider war eine Zuordnung der Firmen zu den verschiedenen C-Wertstempeltypen nicht möglich,weil sich viele Belege in einer nicht zugänglichen Sammlung befinden.

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Rundschreiben 122, Literaturbeilage 114, 14.2.1984, Seite 2.


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Added: 29/10/2015
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