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Aufgespießt

Vorphila gefälscht
Fälschungen aus der Neuzeit sind bekannt geworden: Leere Briefhüllen aus der Zeit der Vorphilatelie, dabei auch von Danziger Cholerabriefen. Kein Wunder, denn in alten Akten steht noch reichlich Kanzleipapier zur Verfügung, wenn von den 4 Seiten eines großformatigen Briefes noch 2 leer sind ...

Es zahlt sich aus, gestempelt zu sammeln
In der "Philatelie und Postgeschichte" Nr. 134/1993 hat Herr Dr. Klaus-Jürgen Wrage einen interessanten   Artikel unter der links stehenden Überschrift veröffentlicht. Der Autor schätzt, daß mindestens 2/3 aller "Deutschlandsammler" die Neuausgaben postfrisch sammeln, aber dennoch bei längerer Beschäftigung eine Umkehr atattfindet. Drei Überschriften der Unterabschnitte des Artikels sind aussagekräftig genug:

Mittelfristig ist ein Trend zur bedarfsmäßig gestempelten Briefmarke erkennbar
Den fortgeschrittenen Sammler reizen interessante Belege
Auf die Dauer wird das Dokumentarische den Mehrwert ausmachen.

Zum Thema "Bedarfsmäßigkeit" ist der Text einer Postkarte (Sammlung Bronisch) bemerkenswert. Kartentext der mit Danzig 5 k am 24.6.1920 gestempelten Karte nach Berlin an Herrn Henckel:

Ihrem Wunsche, Ihnen Freistaatmarken zu besorgen, komme ich gerne nach. ... Ich habe je 5 Stück der Sorten von 5 Pfg. bis 2,50 M. beschafft. Leider habe ich die Briefzeichen zu 3 und 5 M. nicht bekommen können, da sie im Handumdrehen vergriffen waren. ... Viele der Briefmarkensammler lassen diese von der Post gleich abstempeln. Hierfür wird eine kleine Gebühr erhoben. Wünschen Sie ..

Abgesehen von dem vermuteten Hörfehler wegen der Marke zu 3 M. (die erst am 20.7.1920 an die Schalter kam) wirft der Text doch ein bezeichnendes Bild auf die Situation von 1920. Bekräftigt wird damit aber auch die Sammelwürdigkeit von Gefälligkeitsentwertungen. Im übrigen sind von einigen Danzigmarken, die Infla-echt recht selten sind, in den letzten zwei Jahren etliche Exemplare als echt signiert worden. Eine Marktberuhigung ist zu erwarten. - Wie sehr man anderer-seits "guten" Stempeln trauen kann, zeigt Los Nr. 1563 der 282. Köhler-Auktion 9.-12.2.1994: Briefstücke des Großen Innendienstes mit dem Stempel Danzig 1 n (Wolff Seite 67, Nr. 85b), Stempeldatum aber leider 24.8.20, Verwendung der Marken erst ab 30.8.20!

Südstrecke  !
Unterschrieben Nils Strandell (Stockholm, Preisrichter), C. Ott (Altona, Preisrichter) W. v. Rachmanow (Warschau, Ehrenausschuß), J. A, Bosshard (Marburg an der Lahn, Preisrichter) und Edwin Müller (Wien, Preisrichter) verdient die Luftpostkarte aus der Sammlung Mencke (Frankatur bildseitig Mi.Nr. 217-219) Beachtung: Luftpost nach Wien ging über Berlin und nicht, wie üblich, über Warschau. Stempel "Südstrecke" auch einzeln abgeschlagen auf den 3 Marken!

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Arge Danzig, Rundschreiben 162, 11.1.1994, Seite 954.


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Added: 03/11/2015
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